Nagel & Benz: Die EZB – und ein Schritt nach dem anderen?
Shownotes
Die Europäische Zentralbank hat – wie erwartet – die Zinsen erhöht. Stehen weitere Zinserhöhungen an? Und was machen die Amerikaner? Darüber sprechen Frank Nagel und Alexander Benz in der neuen Folge des Volksbanktalks.
Wichtige Hinweise zu Risiken von Anlageprodukten
Die hier angebotenen Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise zu einzelnen Arten von Finanzinstrumenten. Sie stellen die Chancen und Risiken der Anlageprodukte nicht abschließend dar und sollen eine ausführliche und umfassende Aufklärung nicht ersetzen. Detaillierte Informationen über Anlagestrategien und einzelne Anlageprodukte, einschließlich damit verbundener Risiken, Ausführungsplätze sowie Kosten und Nebenkosten, stellen wir Ihnen vor Umsetzung einer Anlageentscheidung im Rahmen der Beratung zur Verfügung.
Transkript anzeigen
Ralf Bröker: Mein Name ist Ralf Bröker und heute zu Gast im Volksbanktalk meine Kollegen Frank Nagel.
Frank Nagel: Schönen guten Tag.
Ralf Bröker: Und Alex Benz.
Alexander Benz: Hallo Ralf.
Ralf Bröker: Heute ist Nagel und Benz ein wunderschöner sonniger Tag. Angeblich der letzte
Ralf Bröker: richtige echte Sommertag mit Temperaturen bis fast an die 30 Grad.
Ralf Bröker: Danach folgt es ein kühles und nasses Wetter.
Ralf Bröker: Sieht das auch so an den Aktienmärkten aus, fragen wir uns in dieser Runde.
Ralf Bröker: Denn die EZB hat gerade die Zinsen erhöht und was kommt jetzt wohl danach?
Ralf Bröker: Das besprechen wir heute und schauen wir einfach mal.
Ralf Bröker: Liebe Kollegen, wie haben denn unsere Mitglieder und Kunden darauf reagiert?
Ralf Bröker: Haben die gesagt, völlig unerwartet?
Frank Nagel: Also dass die EZB erhöht, war definitiv nicht unerwartet. Das wurde nämlich erwartet.
Frank Nagel: Was noch in den Sternen stand, steht in Anführungszeichen, ist,
Frank Nagel: was die FED jetzt macht, nämlich morgen.
Frank Nagel: Da sind die Wahrscheinlichkeiten, dass eine Zinserhöhung kommt,
Frank Nagel: aber immer weiter gestiegen, weil die Inflation einfach weiter steigt.
Frank Nagel: Und da müssen die Zentralbanken natürlich gegenwirken. Was wir im Moment allerdings
Frank Nagel: auch sehen, sind weitere Zinsanpassungen in den Märkten.
Frank Nagel: Die werden eingepreist, weil die Inflation durch steigende Energiepreise,
Frank Nagel: die nach wie vor steigen, nicht wirklich runtergeht.
Frank Nagel: Und von daher preist der Markt im Moment weitere Zinserhöhungen ein und das
Frank Nagel: ist natürlich nicht förderlich für den Markt.
Frank Nagel: Im Gegenteil, da geht es dann im Moment eher nach unten als nach oben und da
Frank Nagel: gilt es im Moment eher aussitzen und dann den einen oder anderen Einstiegskurs mitnehmen.
Frank Nagel: Aber Euphorie sieht im Moment anders aus.
Ralf Bröker: Ja, was machen die Mitglieder und Kunden bei dir, Alex? Sie waren auch nicht
Ralf Bröker: überrascht, genau so wenig wie du.
Alexander Benz: Die waren nicht überrascht, definitiv, weil, wie gerade schon erwähnt,
Alexander Benz: es durchaus eingepreist war.
Alexander Benz: Ja, ich glaube eher nach vorne gerichtet, war dann überraschend,
Alexander Benz: dass die Inflationsprognosen doch noch stärker nach oben gesetzt wurden seitens der EZB.
Alexander Benz: Man geht also schon davon aus, dass das Thema Energiekrise, Ölkrise uns länger
Alexander Benz: beschäftigen wird. Der Preis für das Barrel ist auch wieder in Richtung 110
Alexander Benz: Dollar Marke unterwegs.
Alexander Benz: Das spricht tendenziell schon dafür, dass die Energiekosten länger hoch bleiben dürften.
Alexander Benz: Und das merkt ja jeder auch, wenn man morgens an der Tankstelle vorbeifährt,
Alexander Benz: dass die Spritpreise hoch sind, dass Energie grundsätzlich teuer bleibt und
Alexander Benz: die Inflation damit auch entsprechend länger hoch bleiben dürfte.
Ralf Bröker: Völlig überraschend ist ja die Straße von Hormuz weiterhin schwierig zu passieren
Ralf Bröker: und auch Gaslieferungen und Löhnelieferungen sind schwieriger da,
Ralf Bröker: was die Wirtschaft ja beeinträchtigt.
Ralf Bröker: Wie gesagt, völlig überraschenderweise, weil ich weiß nicht,
Ralf Bröker: wie oft schon da Frieden angekündigt wurde.
Ralf Bröker: Das Vertrauen in solche Äußerungen ist gegen Null mittlerweile, oder?
Alexander Benz: Schon. Also auch das für diese Woche anberäumte Treffen ist natürlich wieder
Alexander Benz: kurzfristig verschoben worden oder abgesagt worden.
Alexander Benz: Deshalb ist dort nicht mit einer schnellen Lösung zu rechnen,
Alexander Benz: sodass dieser regionale Bereich befriedet werden könnte.
Alexander Benz: Im Gegenteil, jetzt durch die Angriffe der Houthi-Rebellen auf die Ost-West-Pipeline
Alexander Benz: der Saudi-Arabia hat sich das ganze Thema nochmal weiter verschärft.
Alexander Benz: Und da sind pro Tag sieben Millionen Barrel Öl bisher transportiert worden.
Alexander Benz: Auch das führt jetzt dazu, dass das Thema Knappheit wieder mehr an Bedeutung
Alexander Benz: gewinnt und sich die Preissituation nicht unbedingt verbessert.
Ralf Bröker: Wenn sich die Preissituation nicht verbessert, wenn ein Winter vor der Tür steht,
Ralf Bröker: wenn kein Frieden herrscht, bedeutet das, dass die Inflation möglicherweise
Ralf Bröker: allein schon dadurch steigen wird, dass die Energiepreise steigen werden.
Ralf Bröker: Wie wird die EZB darauf reagieren? Wird es weitere Zinserhöhungen in größerer Zahl geben?
Frank Nagel: Wie gerade erwähnt, wird das im Moment eingepreist, ja, weil der Markt nicht
Frank Nagel: davon ausgeht, dass wir kurzfristig jetzt irgendein Ende sehen.
Frank Nagel: Im Gegenteil, wie der Alex schon sagt, durch den Angriff in Saudi-Arabien fällt
Frank Nagel: so viel aus, dass man nicht davon ausgehen kann, dass es sich in kürzer Zeit relativiert.
Frank Nagel: Und Saudi-Arabien hat auch schon gesagt, es wird Wochen dauern,
Frank Nagel: bis das Ganze wieder läuft und dann muss man auch wieder dazu sagen,
Frank Nagel: das heißt nicht, dass die Houthis nicht wieder angreifen und wieder irgendwelche
Frank Nagel: Teile der Pipeline zerstören.
Frank Nagel: Im Gegenteil, davon ist sogar auszugehen, dass das wieder passiert,
Frank Nagel: weil der Iran, der natürlich mit den Houthis zusammenarbeitet,
Frank Nagel: dem ist natürlich dran gelegen, dass Öl durch die Straße von Hormuz kommt,
Frank Nagel: geht dem aktuell nicht und dann will er sich auch nicht um Gang fühlen und deswegen
Frank Nagel: kann man davon ausgehen, dass die Reise da nicht zu Ende ist,
Frank Nagel: auch kein Ende in Sicht und deswegen, ja, die Zinsen werden.
Frank Nagel: Leider sehr wahrscheinlich eher steigen als fallen.
Ralf Bröker: Aber in den USA wird der Präsident das verhindern und wird der FED sagen,
Ralf Bröker: das geht so nicht. Bei uns müssen die sinken.
Ralf Bröker: Zumindest habe ich das in den letzten Wochen gelesen, dass eigentlich klar erwartet,
Ralf Bröker: dass die Zinsen gesenkt werden, um die Wirtschaft zu fördern.
Alexander Benz: Das ist aber nur der Wunsch frommer Gedanke. Ich sage mal so,
Alexander Benz: das was jetzt aktuell bei der FED für die morgige Sitzung klar feststeht,
Alexander Benz: ist, dass eine Zinserhöhung kommen muss.
Alexander Benz: Derzeit preist der Kapitalmarkt das mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent ein.
Alexander Benz: Alles andere als die Erhöhung um 25 Basispunkte wäre wirklich eine sehr,
Alexander Benz: sehr starke Überraschung.
Ralf Bröker: Würde sich das negativ auswirken?
Alexander Benz: Das würde sich mit Sicherheit negativ auswirken, weil es dann schon an der Glaubwürdigkeit
Alexander Benz: der Fett kratzen würde, wenn man sich da entsprechend anders verhält.
Alexander Benz: Und wir hatten ja jetzt genug Umsitzungen auch vorher, wo man schon diesen Schritt
Alexander Benz: hätte einleiten können und gehen können.
Alexander Benz: Weil die Inflationsrate in den USA liegt auch mittlerweile immer noch bei 3,4
Alexander Benz: Prozent, die Kernrate bei 2,4 Prozent.
Alexander Benz: Der Arbeitsmarktbericht für den Monat August war auch durchaus sehr,
Alexander Benz: sehr stark. Also viele Zeichen sprechen dafür, dass die Zinserhöhung kommen muss.
Alexander Benz: Und da kann Donald Trump, glaube ich, sich noch tausendmal was anderes wünschen.
Alexander Benz: Das wird morgen anders ausfallen, als er es sich denkt.
Ralf Bröker: Auch mit Blick auf die Midterms.
Alexander Benz: Gut, da ist ja noch ein bisschen Zeit bis zu den Midterms.
Ralf Bröker: Ja, aber Auswirkungen kann es ja nicht innerhalb von ein paar Tagen geben,
Ralf Bröker: wenn da wirklich was laufen soll. Wenn dann nur am Image des Präsidenten.
Alexander Benz: Ja, bis dahin wird auch mit Sicherheit der ein oder andere Spruch nochmal von Donald Trump kommen.
Alexander Benz: Oder es gibt andere Wahlversprechen. Ich meine diese 5000 Dollar Trump Prämie, die,
Alexander Benz: im Munde ist, die ist ja auch schon mal angekündigt worden und macht das Ganze
Alexander Benz: entsprechend spannend, wie man da entsprechend versucht, das amerikanische Volk
Alexander Benz: auf seine Seite zu ziehen durch Geldgeschenke.
Alexander Benz: Das wird bis zu den Midterms noch eine sehr spannende Entwicklung.
Ralf Bröker: Eine ganz spannende Entwicklung gibt es gerade im KI-Markt. Also das letzte
Ralf Bröker: Mal, dass ich gehört habe, dass also Unternehmenschef vor eigenen Produkten
Ralf Bröker: waren, war eher in der Lebensmittelindustrie.
Ralf Bröker: Aber diesmal haben wir es dann tatsächlich auch im KI-Bereich.
Frank Nagel: Das ist korrekt. Es geht ja eher um die Geschwindigkeit, wie schnell sich dieses
Frank Nagel: ganze KI-Thema entwickelt.
Frank Nagel: Da wird vorgewarnt, da muss man aber auch zu sagen, es wurde auch schon vor
Frank Nagel: längerer Zeit schon mal davor gewarnt, was KI denn alles anstellen könnte.
Frank Nagel: Es ist richtig, dass dieses ganze Thema reguliert werden muss,
Frank Nagel: weil man natürlich auch schon Negatives erlebt hat. Gerade wenn die Tests laufen,
Frank Nagel: ich lasse KI mal laufen, mal gucken, was sie so macht.
Frank Nagel: Da müssen Regulierungen her, das ist aber eigentlich ganz normal und deswegen,
Frank Nagel: aus meiner Sicht deutlich mehr Panikmacher, als es am Ende sein wird.
Frank Nagel: Trotzdem haben die Leute recht, ja, da muss man Auge drauf haben,
Frank Nagel: nicht einfach nur machen lassen, sondern Regeln müssen her, wie damit umgegangen
Frank Nagel: wird und dann ist es auch gut.
Ralf Bröker: Ich persönlich habe da ein echtes Thema mit, weil solange die KI zum Beispiel
Ralf Bröker: in der Rüstungsindustrie eingesetzt wird, sind die Fehler, die da gemacht werden,
Ralf Bröker: ja auf der anderen Seite.
Ralf Bröker: Jetzt, wo sich herausstellt, dass unter Umständen die KI-Industrie sich selber
Ralf Bröker: schädigt mit ihren eigenen Produkten, weil irgendwelche Firewalls und irgendwelche
Ralf Bröker: sonstigen Sicherheitsgrenzen überwunden werden, da werden sie auf einmal laut.
Ralf Bröker: Also ich muss sagen, so richtig ganz nachvollziehen kann ich das nicht,
Ralf Bröker: warum die das jetzt machen zu diesem Zeitpunkt.
Frank Nagel: Da müssten wir mal anfragen, ja.
Ralf Bröker: Ja, könnten wir mal tun, ne? Wir werden wahrscheinlich keine Antwort bekommen.
Frank Nagel: Warum jetzt die Großen kommen und sagen, wir müssen hier mal auf die Bremse treten.
Frank Nagel: Am Ende ist es ja wie immer in der Technik, ja, ein Wettrennen.
Frank Nagel: Die einen, die versuchen, Hintertüren zu finden und die anderen,
Frank Nagel: die versuchen, das alles ordentlich darzustellen und keine Hintertür zu bieten.
Frank Nagel: Und so läuft es da einfach weiter.
Frank Nagel: Mal gucken, was draus wird. Also wie gesagt, es anzusprechen,
Frank Nagel: dass da Regulierung her muss, ist korrekt.
Frank Nagel: Ob man da jetzt so übertreiben muss, ja, ist die Frage.
Ralf Bröker: Ich habe das ja jetzt gerade aus dem mehr oder weniger moralischen Wertesystem heraus betrachtet.
Ralf Bröker: Ich habe auch eine Haltung dazu gehört, die heißt, man darf auf keinen Fall
Ralf Bröker: diese Wege gehen, weil das wird nur von den Chinesen genutzt,
Ralf Bröker: um deren Systeme weiter nach vorne zu bringen und weiterzuentwickeln.
Ralf Bröker: Die haben ja relativ wenig Sorgen darum, das zum Beispiel in ihrer eigenen Bevölkerung
Ralf Bröker: anzuwenden, um dann noch mehr Sicherheitstüren, die man privat noch haben kann,
Ralf Bröker: dann auch zu öffnen für staatliche Überwachungssysteme zum Beispiel.
Alexander Benz: Ich wollte gerade sagen, dass der chinesische Staat natürlich auch etwas regulierter
Alexander Benz: als, sage ich jetzt mal nett formuliert, als ein westlich orientierter Staat wie die USA.
Alexander Benz: Und ja, es wird weiterhin natürlich an diesem Wettrennen festgehalten werden.
Alexander Benz: Die Chinesen versuchen den Vorstand, den Abstand zu verringern und dort technisch
Alexander Benz: zu den USA aufzuschließen.
Alexander Benz: Das wird natürlich auch in die Zukunft betrachtet ein sehr spannendes Thema
Alexander Benz: sein, wie die Entwicklung dort weiter fortschreiten wird.
Alexander Benz: Aber ich gebe auf jeden Fall recht, Regulatorik für den Bereich ist zwingend
Alexander Benz: notwendig, weil man eben schon gemerkt hat, dass die autonomen KI-Agenten cleverer
Alexander Benz: werden, es schaffen aus diesen konstruierten Umgebungen auszubrechen.
Alexander Benz: Und wenn das in falschen Händen genutzt wird, ist die KI natürlich auch eine Waffe.
Ralf Bröker: Und die Herren, die da jetzt gerade gesagt haben, da brauchen wir unbedingt
Ralf Bröker: weitere Schritte auch des Staates,
Ralf Bröker: haben meiner Ansicht nach ja auch manchmal Beziehungen zu Unternehmen,
Ralf Bröker: die Sicherheitstechniken auch nach Europa verkaufen, wo es dann auch darum geht,
Ralf Bröker: nicht nur Verbrecher entsprechend zu beobachten. muss man schon mal drauf gucken.
Ralf Bröker: Ich erinnere nur an einen Film, 2001, Odyssee im Weltraum.
Ralf Bröker: Und Hal hat irgendwann mal festgestellt, der wirklich die meisten Fehler macht in so einem System.
Ralf Bröker: Ist nun mal der Mensch. Und manchmal muss man dafür Sorge tragen,
Ralf Bröker: dass der nicht mehr so viel Einfluss hat.
Ralf Bröker: So intelligent ist eine KI dann gelegentlich.
Frank Nagel: Auf jeden Fall.
Ralf Bröker: Schauen wir mal. Ich bin froh, dass ich hier mit menschlichen Kolleginnen und
Ralf Bröker: Kollegen zusammenarbeite in der Vereinten Volksbank und im Private Banking und
Ralf Bröker: insbesondere, wenn es um das Thema Wettpapiere geht und freue mich darauf,
Ralf Bröker: wenn wir das nächste Mal wieder zusammensitzen.
Frank Nagel: In dem Sinne, alles Gute.
Ralf Bröker: Bis dahin.
Alexander Benz: Bis zum nächsten Mal.
Ralf Bröker: Möge dieser schöne Sommertag nicht nur mit Regen enden. Das ist das Wichtige heute, oder?
Frank Nagel: Das ist in Ordnung.
Ralf Bröker: Auf jeden Fall. Macht's gut.
Frank Nagel: Ciao.
Neuer Kommentar