Nagel & Benz: Pulver trocken halten – und in greifbarer Nähe

Shownotes

„Nagel & Benz“ ist umgezogen und analysiert jetzt im VolksbankTalk die Lage an den Wertpapiermärkten. In der aktuellen Folge schauen sie auf die anstehenden Entscheidungen der Notenbanken – und sagen, warum man das Pulver trocken halten sollte. Und in greifbarer Nähe.

Wichtige Hinweise zu Risiken von Anlageprodukten

Die hier angebotenen Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise zu einzelnen Arten von Finanzinstrumenten. Sie stellen die Chancen und Risiken der Anlageprodukte nicht abschließend dar und sollen eine ausführliche und umfassende Aufklärung nicht ersetzen. Detaillierte Informationen über Anlagestrategien und einzelne Anlageprodukte, einschließlich damit verbundener Risiken, Ausführungsplätze sowie Kosten und Nebenkosten, stellen wir Ihnen vor Umsetzung einer Anlageentscheidung im Rahmen der Beratung zur Verfügung.

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Ralf Bröker: Mein Name ist Ralf Bröker und heute beim Volksbank-Talk zu Gast meine Kollege Nagel.

Frank Nagel: Einen wunderschönen guten Tag.

Ralf Bröker: Und Benz.

Alexander Benz: Hallo Ralf.

Ralf Bröker: Und wir sind umgezogen und wir sind heil angekommen.

Frank Nagel: Offensichtlich.

Ralf Bröker: Ja, ne?

Alexander Benz: Wunderbar.

Ralf Bröker: Umgezogen heißt, wir sind mit dem Format Nagel und Benz jetzt dauerhaft beim

Ralf Bröker: Volksbank-Talk unterwegs.

Ralf Bröker: Gute Gelegenheit, tatsächlich diesen Kanal zu abonnieren und dann auch regelmäßig

Ralf Bröker: reinzuschauen und reinzuhören, wenn unsere Wertpapierexperten die aktuelle Lage

Ralf Bröker: sich anschauen, analysieren und den einen oder anderen Rat geben,

Ralf Bröker: was man denn dann so tun kann.

Ralf Bröker: Was die meisten Menschen im Moment tun, ist allerdings in die Ferien fahren.

Ralf Bröker: Also draußen, Autobahnen waren voll, sind am Wochenende voll gewesen.

Ralf Bröker: Nordrhein-Westfalen ist, glaube ich, eines der ersten Bundesländer, das in die Ferien geht.

Ralf Bröker: Aber was tut sich denn an den Märkten und in den Börsen? Sind die auch alle

Ralf Bröker: schon in den Ferien? legen die die Beine hoch und sagen, ihr könnt uns sechs Wochen mal.

Frank Nagel: Ja, wenn man sich die aktuelle Entwicklung anguckt, könnte man das sagen,

Frank Nagel: weil wir relativ auf der Stelle stehen.

Frank Nagel: Liegt natürlich an den Gegebenheiten, die im Moment global los sind.

Frank Nagel: Iran, Ukraine, Zins, Inflationsentwicklung, Wirtschaftswachstum und, und, und.

Frank Nagel: Das lässt im Moment ein bisschen stehen, liegt aber natürlich auch ein bisschen an dem Sommerloch.

Frank Nagel: Viele fahren natürlich auch in die Ferien, fahren in den Urlaub und ja,

Frank Nagel: dann ist tendenziell oder in der Vergangenheit auch etwas weniger los. Das ist richtig.

Ralf Bröker: Ist das denn eine entspannte Ruhe an den Märkten, Alexander,

Ralf Bröker: oder ist das eher so eine Geschichte, wo man sagt, naja, wir wissen gar nicht, was kommt?

Alexander Benz: Die Ruhe vor dem Sturm, könnte man vielleicht sagen, weil Impulse haben wir

Alexander Benz: immer am Kapitalmarkt und wie gerade auch schon gesagt, das Thema Iran.

Alexander Benz: Denn USA hat natürlich die letzten Wochen, Monate schon sehr,

Alexander Benz: sehr stark die Nachrichten bestimmt.

Alexander Benz: Auch jetzt aktuell, wo man sich auf das Memorandum of Understanding verständigt

Alexander Benz: hat und sich dort jetzt seit zehn Nächten auch wieder Kriegshandlungen abzeichnen,

Alexander Benz: kommt nicht so wirklich Ruhe rein.

Alexander Benz: Und das führt dann eher dazu, dass man vielleicht auch jetzt über die Sommermonate sich ein bisschen,

Alexander Benz: vorsichtiger bewegt und wartet, ob das Pendel jetzt eher in Richtung Eskalation

Alexander Benz: wieder ausschlägt oder ob wir dann doch stärkere Friedensbemühungen sehen und

Alexander Benz: dass möglicherweise die Kurse nochmal auf neue Rekordstände bringen könnte.

Alexander Benz: Das ist so die spannende Situation, an der sich der Markt gerade bewegt.

Ralf Bröker: Woran orientieren sich denn gerade so unsere Mitglieder, Kundinnen und Kunden?

Ralf Bröker: Dann habt ihr total Ruhe, das Telefon ist still und ihr geht selber auch früh

Ralf Bröker: in den Feierabend und noch früher in die Ferien, Frank?

Frank Nagel: Orientieren tun sich unsere Kunden natürlich an uns, was wir da so aus der Situation

Frank Nagel: ableiten. Aber im Moment heißt es eher...

Frank Nagel: Und Füße stillhalten, anstatt jetzt unbedingt überall reinzugehen,

Frank Nagel: weil man darf auch nicht vergessen, dadurch, dass wir so ein bisschen auf der

Frank Nagel: Stelle stehen, sind die Kurse jetzt nicht so exorbitant gefallen.

Frank Nagel: Das bedeutet, man kann jetzt nicht ohne Ende kaufen, weil man zig Titel hat,

Frank Nagel: die alle günstig sind, sondern umgekehrt, man hat eher wenige Titel,

Frank Nagel: auf die man zurückgreifen kann.

Frank Nagel: Da muss man einfach abwarten, wie jetzt die Quartalsberichtssaison läuft,

Frank Nagel: ob neue Impulse kommen, ob neue Einschätzungen, wenn der Analysten kommen,

Frank Nagel: die sagen, oh, da sehen wir jetzt mehr Potenzial nach oben, sodass da Kursziele

Frank Nagel: angepasst werden und dann kann man auch wieder neu investieren.

Ralf Bröker: Wer ja keinen Urlaub macht, zumindest nicht in den nächsten Wochen,

Ralf Bröker: das sind ja die Notenbänker. Ist da richtige Hektik?

Ralf Bröker: Sagen die, bevor wir in den Urlaub fahren, legen wir nochmal so richtig los?

Alexander Benz: Zeichnet sich nicht wirklich ab, dass die hektisch reagieren,

Alexander Benz: sondern da einfach weiter gucken, sachlich, wie sich die Datenlage weiterentwickelt.

Alexander Benz: Wir haben jetzt auch in dieser Woche am Donnerstag Notenbank-Sitzung der Europäischen

Alexander Benz: Zentralbank, die ansteht.

Alexander Benz: Da wird seitens der Marktteilnehmer erwartet, dass dort kein Zinsschritt nach

Alexander Benz: oben oder unten erfolgt.

Alexander Benz: Man eher weiter die Inflationsentwicklung beobachten wird, um zu gucken,

Alexander Benz: wo die Reise dorthin geht.

Alexander Benz: Wir sind jetzt vom Monat Mai mit 3,2 Prozent im Juni auf 2,8 Prozent runtergegangen,

Alexander Benz: was die Inflationsrate betrifft.

Alexander Benz: Ist aber immer noch von dem 2-Prozent-Ziel, muss man auch sagen,

Alexander Benz: von der EZB doch deutlich entfernt.

Alexander Benz: Und deshalb rechnet man momentan am Donnerstag damit, dass nichts passiert.

Alexander Benz: Interessanter wird dann sein, wie Frau Lagarde vielleicht den geldpolitischen

Alexander Benz: Ausblick formuliert, für die nächsten folgenden Notenbank-Sitzungen bis zum Jahresende.

Alexander Benz: Weil da dann perspektivisch doch noch ein Zinsschritt nach oben kommen könnte,

Alexander Benz: wenn die Inflation klebriger bleibt und länger an uns haften sollte, als das der Fall wäre.

Ralf Bröker: Also die Fußball-Weltmeisterschaft ist vorbei. Herr Trump hat diese Bühne,

Ralf Bröker: die von allen möglichen anderen Dingen ablenkt, jetzt nicht mehr.

Ralf Bröker: Also gucken die Leute möglicherweise auf die wirtschaftliche Entwicklung oder

Ralf Bröker: vielleicht auch sogar auf das, was im Iran passiert, was im Golf passiert.

Ralf Bröker: Nimmt er jetzt Einfluss auf die amerikanischen Notenbank? Er hat ja seinen Mann

Ralf Bröker: da jetzt platzieren können. Also da muss doch eigentlich jetzt was abgehen, oder?

Alexander Benz: Ja, er hat seinen Mann da platzieren können mit Kevin Walsh.

Alexander Benz: Das war ja sein Wunschkandidat, den er vorgeschlagen hat.

Alexander Benz: Und letztlich ist er aber auch nur einer von zwölf im FED Open Market Komitee,

Alexander Benz: und kann dort keine Alleingänge durchboxen und hat auch zumindest bei seiner

Alexander Benz: ersten Sitzung sich eher dafür ausgesprochen.

Alexander Benz: Dass man mit einem etwas hawkischen Ton, also eher auch der Zinserhöhung Rechnung tragen sollte.

Alexander Benz: Und der Grundtenor bei den Notenbankern der Amerikaner ist auch,

Alexander Benz: dass man sich mehr auf die Inflationsbekämpfung zu konzentrieren scheint,

Alexander Benz: als diesen schwachen Arbeitsmarktbericht, den wir im Juni hatten,

Alexander Benz: anschieben zu müssen durch eine Zinssenkung.

Alexander Benz: Von daher ist das tatsächlich relativ ähnlich, dass auch dort eher der Zinsschritt

Alexander Benz: nach oben momentan eingepreist wird, möglicherweise auch im September.

Ralf Bröker: Dass die Art und Weise, wie der Präsident bei der Weltmeisterschaft agiert hat,

Ralf Bröker: wo unser Mitglied und Kundinnen und Kunden keine große Rolle gespielt hat in

Ralf Bröker: den Gesprächen mit dir, glaube ich, Frank.

Ralf Bröker: Aber diese Rede zur Nation, die er gehalten hat, die ja schon überraschend war,

Ralf Bröker: insbesondere bei den vermeintlichen Fakten, die er da am Anfang aufgezählt hat,

Ralf Bröker: hat das nochmal für irgendeinen Schub gesorgt? Wurdest du da nochmal zur Einschätzung gebeten?

Frank Nagel: Nicht wirklich. Also was er so sagt, klar verwundert das jeden,

Frank Nagel: was er sagt, aber irgendwie auch nicht.

Frank Nagel: Weil das ist Donald Trump, der hat sich über die erste Amtszeit,

Frank Nagel: auch in dieser Amtszeit, einfach schon seinen Ruf erarbeitet,

Frank Nagel: mit Behauptungen und Feststellungen rauszukommen, bei denen man von vornherein

Frank Nagel: weiß, die stimmen nicht.

Frank Nagel: Und letztendlich will er sich natürlich so präsentieren, als wäre es ohne ihn,

Frank Nagel: als stünden wir da kurz vorm Weltuntergang. Und von daher überrascht hat mich

Frank Nagel: das alles nicht, was er erzählt hat. Es ist immer wieder interessant zu sehen,

Frank Nagel: dass er nach wie vor diese Meinungen vertritt.

Frank Nagel: Aber überrascht, nein, nicht wirklich. Und deswegen haben wir auch nicht oder

Frank Nagel: nicht wirklich, sondern keine Kunden angerufen und gefragt, wie soll ich damit umgehen.

Ralf Bröker: Kommunikationswissenschaft spricht ja davon, von einer Inflation der Narrative,

Ralf Bröker: also ganz viele Geschichten aus allen möglichen Ecken reinzuwerfen,

Ralf Bröker: damit man über die wirklich wichtigen Themen oder das, was ihm gefährlich werden

Ralf Bröker: kann, einfach nicht so intensiv dann auch spricht und so.

Ralf Bröker: Okay, wenn jetzt alle in die Ferien fahren, wenn jetzt alle...

Ralf Bröker: Mit einer gewissen Gelassenheit auf die wahrscheinlichen Nichtentscheidungen,

Ralf Bröker: der Zentralbanken schauen, kann man dann wirklich sagen, Leute,

Ralf Bröker: ihr könnt gelassen bleiben, da passiert in nächster Zeit nichts.

Frank Nagel: Ja, hundertprozentig kann man es nie sagen. Wir reden immer noch über Donald

Frank Nagel: Trump, der, was er heute sagt, morgen schon wieder revidiert oder in der nächsten

Frank Nagel: Stunde wieder revidiert.

Frank Nagel: Zudem wissen wir auch nicht, wann es wirklich zu einer Entspannung im Iran kommt

Frank Nagel: oder vielleicht sogar noch zu einer Eskalation, das steht ja auch noch im Raum.

Frank Nagel: Von daher nein, also wirklich,

Frank Nagel: alles von sich strecken und zu sagen, jetzt warte ich erstmal ab,

Frank Nagel: weil es wird jetzt nichts passieren, das kann man nicht.

Frank Nagel: Aber man kann schon jetzt erstmal sagen, okay, ich fahre ein bisschen runter,

Frank Nagel: warte ein bisschen ab, dass überhaupt was passiert, um dann neu zu entscheiden.

Frank Nagel: Wie ich gerade schon erwähnte, vielleicht mal die Quartalsberichtssaison abwarten,

Frank Nagel: Gucken, was sagen überhaupt die Unternehmen zu ihrer aktuellen Lage?

Frank Nagel: Wo sehen wir uns Ende des Jahres?

Frank Nagel: Schaffen wir unsere gesteckten Ziele noch? Müssen wir was kappen?

Frank Nagel: Sowas erstmal abwarten, bevor ich überhaupt anfange, wieder neu zu investieren.

Frank Nagel: Weil im Moment, da die Berichtssaison gerade erst gestartet hat,

Frank Nagel: braucht man nicht viel Zeit, um da eine Entscheidung fällen zu können.

Frank Nagel: Aber die paar Wochen sollte man vielleicht geben.

Ralf Bröker: Also Pulver trocken halten, aber in greifbarer Nähe.

Alexander Benz: Definitiv, weil gerade wenn wir dann doch einen stärkeren Rücksetzer bekommen

Alexander Benz: sollten, ist das natürlich eine gute Chance, auf einem günstigeren Niveau einzusteigen

Alexander Benz: oder eventuell den einen oder anderen Akzenttitel, den man im Depot hat,

Alexander Benz: nochmal zu vergünstigen.

Ralf Bröker: Und man kann euch auch in den nächsten Wochen erreichen oder fahrt ihr auch noch großartig weg?

Frank Nagel: Ja, also der Alex ist auf jeden Fall erreichbar, weil ich weg bin.

Frank Nagel: Von daher, also einen von uns erwischt man immer.

Frank Nagel: Das ist gar nicht das Thema. Da braucht man nicht denken, oh Sommerferien,

Frank Nagel: dann lasse ich sein, weil keiner da ist. Ne, einen erreicht man immer und eine

Frank Nagel: Aussage wird man auch immer bekommen.

Ralf Bröker: Und das ist auch gut so. Ich fahre zwar erst Ende September,

Ralf Bröker: aber meine Meinung dazu wird nicht gefragt, sondern eure. Und das machen wir

Ralf Bröker: im nächsten Monat dann nochmal. Schönen Dank für die Runde. Bis dahin.

Frank Nagel: Bis dahin. Alles Gute.

Alexander Benz: Bis dann. Tschüss.

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